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Zur Not Himalaya

Jede Schwierigkeit zeigt mir, dass ich nicht frei bin, dass ich gegen Windräder kämpfe in mir selbst. Wenn ich aufhören kann, gegen die Wirklichkeit zu kämpfen, bin ich frei. Diese Erkenntnis schmeckt mir nicht. Aber ich weiß: so ist es.

 

Ein Teil in mir würde viel lieber die Erleuchtung in der Weite des Himalaya suchen, einem Guru die Führung überlassen, mir die Haare abrasieren, ein Schweigegelübde ablegen und jeden morgen um 5.00 Uhr zum Morgengebet antreten. Aber ich fürchte, die Dinge, die ich zu lernen habe, warten in der eigenen Küche, im täglichen Familiengerangel und auf Augenhöhe mit meinem Partner, auf mich. 

 

Und mal ehrlich, wozu in die Ferne schweifen?

Die Magie beginnt in der eigenen Küche. Statt Guru nehme ich Vorlieb mit der Stimme meines Herzens. Und wenn etwas in mir die Erfahrung braucht, sich mal wieder radikal von langen Haaren zu trennen, ist das ratzfatz erledigt. Auch tagelanges Schweigen lässt sich in einer guten Ehe einrichten. Und zum Morgengebet motiviert der jüngste Sohn. Dieser lehrt mich im Grunde genommen alles: Demut, Geduld, Hingabe an das Jetzt, die Ruhe im Sturm sein und über meine Grenzen hinauszuwachsen, den Raum zu halten für jedwede Emotion, Dankbarkeit und unendlich viel mehr. Vielleicht sollte ich ihn mit "Meister" ansprechen...

 

Und wenn mein "Meister" groß ist, bleibt zur Not noch Zeit für den Himalaya.

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